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Powerline oder Mesh: Technologievergleich & Kaufhilfe

Inhaltsverzeichnis

Powerline oder Mesh – diese Frage stellen sich Heimnetzwerk-Nutzer, sobald das WLAN in einem Raum schwächelt oder ein Kabelanschluss in der Wohnung fehlt. Beide Technologien lösen dasselbe Problem auf völlig unterschiedlichen Wegen: Powerline-Adapter (auch dLAN oder PLC genannt) übertragen Datensignale durch die bereits vorhandene Stromleitung, während Mesh-WLAN-Systeme ein intelligentes Funknetz aus mehreren Knoten aufbauen. Welche Lösung besser passt, hängt entscheidend von Gebäudetyp, Budget und Nutzungsverhalten ab.

Kurz zusammengefasst

Powerline nutzt das Stromnetz als Datenleitung und eignet sich besonders für kabelgebundene Endgeräte oder Altbauten mit stabilen Stromkreisen. Mesh-WLAN bietet nahtlose WLAN-Abdeckung in der Fläche, höhere Flexibilität und ist besser für mobile Geräte geeignet. Eine Kombination beider Systeme ist technisch möglich und in der Praxis oft sinnvoll.

Wichtiger Hinweis

Die tatsächliche Übertragungsrate eines Powerline-Adapters hängt stark von der Qualität und dem Alter der Hausstromleitung ab. Angegebene Maximalwerte (z. B. 2400 Mbit/s) entsprechen nicht der realen Nutzungsleistung – rechnen Sie mit 30–60 % des Werbewertes unter realen Bedingungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Powerline nutzt die Stromleitung – kein neues Kabel nötig, aber abhängig von deren Qualität
  • Mesh bildet ein intelligentes WLAN-Netz aus mehreren Knoten mit gemeinsamem SSID
  • Powerline punktet bei stabiler Latenz, Mesh bei Reichweite und Mobilität
  • Drei-Phasen-Stromkreise und Überspannungsschutz-Steckdosen können Powerline komplett blockieren
  • Wi-Fi 6 und Wi-Fi 6E-Mesh-Systeme bieten aktuell die zukunftssicherste Lösung
MR
Markus Riedel
Netzwerktechniker und freier Technikjournalist, 14 Jahre Erfahrung in Heimnetzwerk- und KMU-Infrastruktur

„Ich habe in den letzten Jahren Dutzende Heimnetzwerke aufgebaut und optimiert. Powerline ist eine unterschätzte Technologie – aber sie vergibt einem keine Fehler beim Stromkreis. Mesh hingegen wirkt manchmal wie Magie, bis man anfängt zu verstehen, warum der Backhaul entscheidend ist.“

Was ist der Unterschied zwischen Powerline und Mesh?

Powerline überträgt Daten über Stromleitungen, Mesh verteilt WLAN über mehrere vernetzte Knoten. Beide erweitern das Heimnetz, funktionieren aber grundlegend anders.

Der entscheidende Unterschied liegt im Übertragungsmedium. Powerline-Adapter stecken in normale Steckdosen und modulieren das Datensignal auf das vorhandene Stromnetz – vergleichbar mit DSL über Telefonkabel, nur eben über 230-Volt-Leitungen. Mesh-Systeme dagegen kommunizieren per Funk: Mehrere Knoten (auch Satelliten genannt) bilden ein selbst organisierendes WLAN-Netz, das Endgeräte automatisch mit dem stärksten Knoten verbindet.

In der Praxis fühlt sich das unterschiedlich an: Powerline liefert einen stabilen, drahtgebundenen Datenpfad – ideal für Smart-TVs oder Konsolen. Mesh gibt einem das Gefühl, das gesamte Zuhause zu einem einzigen großen WLAN-Hotspot gemacht zu haben.

Wie funktioniert Powerline-Technologie?

Ein Adapter am Router einspeist Daten ins Stromnetz, ein zweiter Adapter an einem anderen Ort empfängt das Signal und stellt es als LAN- oder WLAN-Port bereit.

Technisch basiert Powerline auf Standards wie HomePlug AV und dem neueren HomePlug AV2, die Frequenzen zwischen 2 und 68 MHz zur Datenmodulation auf der 50-Hz-Stromleitung nutzen. Die Signalverarbeitung übernimmt ein integrierter Chipsatz, der das Nutzsignal vom Stromsignal trennt und dekodiert. Moderne Adapter wie der devolo Magic 2 oder TP-Link TL-PA9020 erreichen theoretisch bis zu 2400 Mbit/s – in echten Wohnungen landet man jedoch meist bei 100 bis 400 Mbit/s.

Expert Insight

HomePlug AV2 unterstützt MIMO über mehrere Leitungspaare (Phase, Neutral, Erde) und ermöglicht damit deutlich höhere Durchsätze als AV1. Wer einen Powerline-Adapter kauft, sollte explizit auf AV2-Zertifizierung achten – ältere AV1-Geräte sind durch neuere Geräte kaum noch konkurrenzfähig.

Wie funktioniert ein Mesh-WLAN-System?

Mehrere Mesh-Knoten kommunizieren miteinander und bilden ein einheitliches WLAN-Netz – Geräte wechseln automatisch zum stärksten Knoten, ohne die Verbindung zu verlieren.

Das Herzstück eines Mesh-Systems ist der Backhaul: Die drahtlose oder kabelgebundene Verbindung zwischen den Knoten selbst. Bessere Systeme wie Eero Pro, TP-Link Deco oder Fritzbox-Mesh nutzen ein dediziertes 5-GHz-Band ausschließlich für die Knoten-Kommunikation, während Clients auf separaten Bändern laufen. Das Ergebnis ist eine deutlich gleichmäßigere Versorgung im Vergleich zu klassischen WLAN-Repeatern, die nur ein Signal weiterleiten und halbieren.

Wann sollte ich Powerline statt Mesh verwenden?

Powerline lohnt sich, wenn kabelgebundene Endgeräte in weit entfernten Räumen benötigt werden und die Verlegung eines Ethernet-Kabels nicht möglich ist.

Typische Szenarien: Ein Smart-TV im Schlafzimmer braucht stabiles Internet, aber der Router steht im Wohnzimmer. Oder ein Desktop-PC im Arbeitszimmer soll kabelgebunden angebunden werden, ohne Kabel durch Wände zu führen. In solchen Fällen bietet Powerline niedrigere Latenz als Mesh-WLAN und ist weniger anfällig für Funkstörungen.

Wann ist Mesh besser als Powerline?

Mesh ist die bessere Wahl, wenn viele mobile Geräte nahtlos im ganzen Haus verbunden sein sollen – besonders in Gebäuden mit schwacher WLAN-Abdeckung.

Große Einfamilienhäuser, mehrstöckige Wohnungen oder Büros mit mehreren Räumen profitieren enorm von Mesh. Wer viel mit Smartphone, Tablet oder Laptop durch die Wohnung läuft und keine Verbindungsabbrüche beim Wechsel zwischen Räumen will, findet in Mesh die elegantere Lösung. Hinzu kommt: Mesh funktioniert unabhängig vom Zustand des Stromnetzes.

LESETIPP:  Powerline-Adapter vs. WLAN: Was ist die bessere Wahl?

Kann ich Powerline und Mesh kombinieren?

Ja – und das ist in großen Gebäuden oft die sinnvollste Lösung. Powerline überbrückt die Stockwerke kabelgebunden, Mesh verteilt WLAN in jedem Bereich.

Konkret: Ein Powerline-Adapter verbindet Erdgeschoss und Obergeschoss, wo dann ein Mesh-Knoten per Kabel angebunden wird. Dieser Knoten liefert dann Mesh-WLAN mit vollem Backhaul-Durchsatz, statt auf eine schwächere Funkkette angewiesen zu sein. Viele Netzwerker nutzen genau dieses hybride Szenario – es kombiniert die Stärken beider Technologien.

Kriterium Powerline Mesh-WLAN
Übertragungsmedium Stromleitung (230 V) Funk (2,4 / 5 / 6 GHz)
Typischer Realdurchsatz 100–400 Mbit/s 200–1000+ Mbit/s
Latenz (typisch) 5–15 ms 3–20 ms
Mobilität Nein (stationär) Ja (nahtloses Roaming)
Einstiegskosten 30–120 € (Starter-Set) 80–400 € (2–3 Knoten)
Abhängigkeit Stromkreisqualität Gebäudestruktur, Funk
Installation Sehr einfach Einfach bis moderat
WLAN-Fähigkeit Optional (WLAN-Varianten) Immer integriert
Zukunftssicherheit Eingeschränkt Hoch (Wi-Fi 6E)

Was kostet Powerline im Vergleich zu Mesh?

Ein Powerline-Starter-Set beginnt bei etwa 30–50 Euro, Mesh-Systeme für 2–3 Knoten kosten meist 100–350 Euro.

Wer günstig einsteigen möchte, greift zu Powerline – ein Zwei-Adapter-Set von devolo oder TP-Link liegt im Einstieg bei 40–80 Euro. Mesh-Systeme wie Google Nest WiFi Pro oder TP-Link Deco XE75 starten bei etwa 150 Euro für zwei Knoten, hochwertige Varianten mit Wi-Fi 6E überschreiten leicht die 300-Euro-Grenze. Langfristig skaliert Mesh teurer, liefert aber auch deutlich mehr Funktionen.

Wie schnell ist Powerline im Vergleich zu Mesh?

Auf dem Papier erreichen aktuelle Powerline-Adapter bis zu 2400 Mbit/s, Mesh-Systeme mit Wi-Fi 6E bis zu 10 Gbit/s – real sind beide deutlich darunter.

Welche Geschwindigkeit erreiche ich real mit Powerline?

In typischen Altbauwohnungen mit normalen Stromleitungen liegen echte Durchsätze zwischen 80 und 300 Mbit/s. In Neubauten mit kurzen, gut isolierten Leitungen sind auch 400–600 Mbit/s möglich. Entscheidend sind Leitungslänge, Qualität des Stromnetzes und ob sich Adapter im selben Stromkreis befinden.

Welche Geschwindigkeit erreiche ich real mit Mesh?

Mesh-Systeme mit kabelgebundenem Backhaul erreichen problemlos 500–900 Mbit/s zwischen Knoten und Endgerät. Bei rein drahtlosem Backhaul sinkt die verfügbare Bandbreite spürbar – ein Knoten mit Funkbackhaul liefert an Clients oft nur noch 200–400 Mbit/s, weil ein Teil des Spektrums intern genutzt wird.

Wie viele Geräte kann ich mit Powerline verbinden?

Ein Powerline-Netzwerk kann theoretisch bis zu 16 Adapter umfassen – praktisch sinkt der Durchsatz bei vielen gleichzeitigen Adaptern deutlich.

Mehrere Powerline-Adapter teilen sich die verfügbare Bandbreite auf dem Stromkreis. Wer vier Adapter gleichzeitig nutzt, erhält im Schnitt ein Viertel des maximal verfügbaren Durchsatzes pro Segment. Für normale Heimanwendungen mit zwei bis vier Adaptern ist das kein Problem.

Wie viele Geräte unterstützt ein Mesh-System?

Qualitätssysteme wie Eero Pro 6E oder TP-Link Deco verwalten problemlos 50–100 gleichzeitig verbundene Geräte – je nach Router-Hardware.

Mesh-Systeme punkten hier klar. Der Hauptknoten fungiert als intelligenter Router und verteilt Geräte automatisch auf die optimalen Knoten und Frequenzbänder. Für Haushalte mit Smart-Home-Geräten, Tablets, Laptops, Konsolen und Streaminggeräten ist Mesh die robustere Architektur.

Expert Insight: Phasen-Problem

Das sogenannte Drei-Phasen-Problem tritt auf, wenn zwei Powerline-Adapter an unterschiedlichen Phasen des Hausstromanschlusses hängen. In Deutschland werden Gebäude oft mit drei Phasen (L1, L2, L3) versorgt, die Steckdosen aber zufällig zugeordnet. Powerline-Signale können Phasengrenzen nicht oder nur mit starker Dämpfung überwinden – ein Adapter im Erdgeschoss und einer im Obergeschoss können auf verschiedenen Phasen liegen. Devolo-Adapter der Magic-Serie nutzen eine spezielle MIMO-Technik, die auch phasenübergreifend noch akzeptable Verbindungen herstellt.

Beeinflusst meine Stromleitung die Powerline-Leistung?

Massiv. Alte oder schlecht isolierte Leitungen, lange Kabellängen und elektrische Verbraucher im Netz können den Powerline-Durchsatz halbieren oder komplett blockieren.

Elektrische Geräte wie Motoren, Dimmer oder Schaltnetzteile erzeugen hochfrequente Störungen auf der Stromleitung, die das Powerline-Signal überlagern. Ein laufendes Ladegerät neben dem Adapter kann den Durchsatz um 30–40 % senken. Ältere Gebäude mit Aluminiumleitungen aus den 1970er-Jahren sind besonders problematisch. In solchen Fällen empfiehlt sich ein direkter Steckdosentest an verschiedenen Steckdosen im Haus.

Was bedeutet das Drei-Phasen-Problem bei Powerline?

Befinden sich zwei Powerline-Adapter an unterschiedlichen Stromphasen, kann das Signal nicht oder nur stark gedämpft übertragen werden.

Dieses Problem betrifft vor allem Einfamilienhäuser und ältere Mehrfamilienhäuser. Eine einfache Überprüfung: Powerline-Adapter direkt nebeneinander in benachbarte Steckdosen stecken und die Verbindungsrate prüfen. Sinkt sie im entfernten Raum drastisch, liegt ein Phasenproblem vor. Abhilfe schafft entweder ein Phasenkoppler, den man in den Stromkasten einbauen lässt, oder der Wechsel zu einem MIMO-fähigen AV2-System.

LESETIPP:  So testen Sie die Geschwindigkeit Ihrer Powerline-Verbindung

Brauche ich für Mesh eine Sichtverbindung zwischen den Knoten?

Nein – Mesh-Knoten funktionieren auch durch Wände, Decken und Böden. Dicke Betonwände reduzieren aber die Signalstärke erheblich.

Normale Trockenbau- und Ziegelwände absorbieren das 5-GHz-Signal moderat, Stahlbeton und Gusseisenelemente hingegen stark. Wer in einem Gründerzeitbau mit 60-cm-Ziegelwänden wohnt, wird feststellen, dass der Mesh-Knoten im nächsten Zimmer bereits spürbar schlechter funktioniert. In solchen Gebäuden ist kabelgebundener Backhaul – also Ethernet zwischen den Knoten – der entscheidende Faktor für ein funktionierendes System.

Ist Powerline sicherer als Mesh?

Powerline ist schwerer von außen anzugreifen, da das Signal die Wohnung kaum verlässt. Mesh-WLAN strahlt nach außen und benötigt starke Verschlüsselung.

Moderne Powerline-Standards nutzen AES-128-Verschlüsselung auf dem Stromnetz. Das Signal verlässt das Gebäude kaum – theoretisch könnte ein Nachbar im Mehrfamilienhaus auf denselben Stromkreis zugreifen, was aber bei korrekter Verschlüsselung kein Risiko darstellt. Mesh-WLAN mit WPA3 ist ebenfalls sehr sicher, solange das Passwort nicht geteilt wird und Gast-Netzwerke sauber konfiguriert sind.

Welche Powerline-Standards gibt es?

Die wichtigsten Standards sind HomePlug AV (bis 500 Mbit/s), HomePlug AV2 (bis 2400 Mbit/s) und G.hn (bis 2 Gbit/s).
  • HomePlug AV: Älterer Standard, 200–500 Mbit/s theoretisch, breite Kompatibilität
  • HomePlug AV2: Aktueller Hauptstandard, MIMO-fähig, bis 2400 Mbit/s, phasenübergreifend besser
  • G.hn: Neuerer ITU-Standard, bis 2 Gbit/s, auch über Koaxialkabel nutzbar, noch wenig verbreitet

Welche Mesh-Standards sollte ich kennen?

Wi-Fi 5 (802.11ac), Wi-Fi 6 (802.11ax) und Wi-Fi 6E sind die aktuell relevanten Standards – Wi-Fi 6E mit dem 6-GHz-Band ist derzeit zukunftssicherst.

Wi-Fi 6 bringt durch OFDMA und BSS Coloring erhebliche Effizienzgewinne in dicht besiedelten Funknetzwerken. Wi-Fi 6E ergänzt das 6-GHz-Band, das weniger Interferenzen hat und höhere Bandbreiten erlaubt – besonders wertvoll als dedizierter Backhaul-Kanal im Mesh-System. Wer ein neues Mesh-System kauft, sollte mindestens Wi-Fi 6 verlangen.

Funktioniert Powerline in Altbauten?

Oft ja, aber mit Einschränkungen. Alte Stromleitungen aus den 1960er–1980er-Jahren können das Signal stark dämpfen oder komplett blockieren.

Erfahrungsgemäß ist Altbau-Powerline ein Glücksspiel. Manche Gründerzeitbauten mit solider Leitungsführung funktionieren überraschend gut, während modernisierte Häuser mit mehreren Unterverteilern problematisch sein können. Ein einfacher Test ist das einzige verlässliche Mittel: Adapter kaufen, testen, notfalls zurückgeben.

Funktioniert Mesh in Häusern mit dicken Wänden?

Grundsätzlich ja, aber mit mehr Knoten und idealerweise kabelgebundenem Backhaul. Reine Funk-Mesh-Systeme stoßen bei Stahlbeton schnell an Grenzen.

Der Trick liegt in der Knotenplatzierung: Lieber einen Knoten mehr, dafür näher an der Problemstelle. Wer in einem Massivbau wohnt und das Budget für ein ordentliches Mesh-System hat, sollte von Anfang an Ethernet-Backhaul planen – das macht den Unterschied zwischen einem schleppenden und einem wirklich performanten System.

Kann ich mit Powerline auch WLAN verteilen?

Ja – viele Powerline-Adapter kommen mit integriertem WLAN-Access-Point, zum Beispiel devolo Magic 2 WiFi next oder TP-Link TL-WPA8631P.

Diese Kombinations-Adapter übertragen Daten über das Stromnetz und stellen am Zielort gleichzeitig einen WLAN-Hotspot bereit. Praktisch für Räume ohne Ethernet-Anschluss. Die WLAN-Performance solcher Adapter ist aber meist schwächer als dedizierte Mesh-Knoten – als Ergänzung taugen sie gut, als vollwertiger Mesh-Ersatz nur bedingt.

Wie einfach ist die Installation von Powerline?

Sehr einfach. Adapter einstecken, Netzwerkkabel verbinden, Pairing-Taste drücken – fertig. Für technische Laien ideal.

Das ist einer der größten Vorteile von Powerline. Kein App-Setup, kein Konto erstellen, keine Cloud-Anbindung notwendig. Einfach einstecken und wenige Minuten warten. Viele Nutzer haben das System in unter zehn Minuten laufen.

Wie aufwendig ist die Einrichtung eines Mesh-Systems?

Moderat. Die meisten Mesh-Systeme nutzen eine Smartphone-App für die Ersteinrichtung – dauert meist 15–30 Minuten.

Systeme wie Google Nest, Eero oder TP-Link Deco führen per App durch den gesamten Setup-Prozess. Wer den Router ersetzen möchte oder spezielle Konfigurationen braucht, muss etwas tiefer einsteigen. Für reine Plug-and-play-Nutzer sind die meisten modernen Mesh-Systeme aber erstaunlich unkompliziert.

Kann ich für Gaming Powerline verwenden?

Ja – Powerline eignet sich gut für Gaming, da die Latenz stabil und niedrig ist, vorausgesetzt der Stromkreis ist sauber.

Für Online-Gaming ist eine stabile, niedrige Latenz wichtiger als rohe Bandbreite. Powerline liefert hier typischerweise 5–15 ms – vergleichbar mit einem guten WLAN-Kanal, aber ohne Funkschwankungen. Konsolen per Kabel direkt am Powerline-Adapter anschließen ist eine der pragmatischsten Gaming-Netzwerklösungen ohne Kabelverlegung.

LESETIPP:  Top Powerline-Adapter für 4K-Streaming

Ist Mesh für Online-Gaming geeignet?

Ja, besonders mit kabelgebundenem Backhaul. Rein drahtloses Mesh kann bei vielen Geräten unter Last latenzempfindlicher werden.

Verursacht Powerline Störungen im Stromnetz?

Powerline arbeitet im HF-Bereich und kann Störungen bei Kurzwellenradio-Empfängern verursachen – für normale Haushaltsgeräte ist das kein Problem.

Amateurfunker berichten gelegentlich von Interferenzen durch Powerline-Adapter. Das ist physikalisch nachvollziehbar: Das Signal liegt im Frequenzbereich des Kurzwellenbands. Für den normalen Haushalt ohne Funkanlage spielt das keine Rolle. Überspannungsschutz-Steckdosenleisten mit eingebautem Filter können Powerline-Signale dagegen tatsächlich blockieren – immer direkt in die Wandsteckdose stecken.

Funktioniert Powerline mit Überspannungsschutz?

Nein – Überspannungsschutz-Steckdosenleisten filtern HF-Signale heraus und blockieren damit das Powerline-Signal vollständig.

Kann ich Mesh im Garten nutzen?

Outdoor-Mesh-Knoten wie der Eero Outdoor oder TP-Link Deco XE75 Pro Outdoor sind für den Außeneinsatz konzipiert – normale Knoten gehören nur ins Trockene.

Was sind die größten Nachteile von Powerline?

  • Stark abhängig von der Qualität der Hausstromleitung
  • Probleme mit Phasenwechseln und Überspannungsschutz
  • Keine echte Mobilität – nur kabelgebundene Anbindung ohne WLAN-Variante
  • Keine Standardisierung über Hersteller hinweg (Adapter verschiedener Marken oft inkompatibel)
  • Störanfälligkeit durch elektrische Verbraucher im Netz

Was sind die größten Nachteile von Mesh?

  • Höhere Anschaffungskosten als Powerline
  • Drahtloser Backhaul reduziert verfügbare Bandbreite für Clients
  • Stark abhängig von Gebäudestruktur und Wandmaterialien
  • Viele Systeme erfordern Cloud-Konto oder App-Verbindung
  • Komplexere Konfiguration bei speziellen Netzwerkanforderungen

Powerline oder Mesh – was ist zukunftssicherer?

Mesh mit Wi-Fi 6 oder 6E ist die zukunftssicherere Investition. Powerline-Standards entwickeln sich langsamer und haben weniger Industrie-Rückenwind.

Die Netzwerkindustrie investiert massiv in Wi-Fi-Standards. Wi-Fi 7 (802.11be) ist bereits in Entwicklung und wird die nächste Mesh-Generation prägen. Powerline dagegen stagniert seit Jahren bei HomePlug AV2 – G.hn als Nachfolger hat sich noch nicht breit durchgesetzt. Wer langfristig plant und das Budget hat, trifft mit einem guten Mesh-System die nachhaltigere Entscheidung.

Häufig gestellte Fragen

Können Powerline-Adapter verschiedener Hersteller kombiniert werden?
Nur bedingt. Adapter mit demselben HomePlug-Standard (z. B. AV2) können prinzipiell miteinander kommunizieren, aber Hersteller-übergreifend oft mit reduzierter Leistung. Für maximale Performance immer Adapter desselben Herstellers verwenden.

Wie viele Mesh-Knoten brauche ich für ein 150-qm-Haus?
In einem typischen Einfamilienhaus mit 150 qm reichen meist 2–3 Knoten aus. In Häusern mit Betonwänden oder mehreren Stockwerken empfehlen sich 3–4 Knoten für eine zuverlässige Abdeckung.

Ersetzt ein Mesh-System meinen bestehenden Router?
Ja, die meisten Mesh-Systeme übernehmen die Router-Funktion vollständig. Sie werden direkt am Modem angeschlossen. Wer die Fritz!Box behalten möchte, kann viele Mesh-Knoten im Access-Point-Modus betreiben.

Wie hoch ist der Stromverbrauch von Powerline-Adaptern?
Moderne Powerline-Adapter verbrauchen im Betrieb 3–7 Watt pro Gerät, im Standby oft unter 1 Watt. Zwei Adapter kosten im Jahr bei Dauerbetrieb etwa 5–12 Euro Stromkosten.

Was passiert, wenn ein Mesh-Knoten ausfällt?
Das Mesh-System leitet Geräte automatisch über verbleibende Knoten um. Die Reichweite im betroffenen Bereich sinkt, aber das gesamte Netzwerk bleibt funktionsfähig – ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Repeatern.

Fazit

Wer eine klare Empfehlung möchte: Für rein kabelgebundene Geräte in Räumen ohne Ethernet-Anschluss ist Powerline die unkomplizierte, günstige Lösung – sofern das Stromnetz mitspielt. Für alles andere, was Mobilität, Flächenabdeckung und Zukunftssicherheit betrifft, ist ein gutes Mesh-System die bessere Investition. Das Drei-Phasen-Problem und die Abhängigkeit von der Leitungsqualität machen Powerline zu einer Technologie mit echtem Mehrwert, aber auch echten Grenzen. Mesh dagegen skaliert mit dem Gebäude, mit der Gerätezahl und mit zukünftigen WLAN-Standards. Wer beides kombiniert, baut das derzeit flexibelste Heimnetz – ohne eine einzige Wand aufstemmen zu müssen.

Peter Mälzer